Mittwoch, 15. Juli 2015

Eine Liebeserklärung. Punkt.



Wir haben das größte Schützenfest und den längsten Schützenausmarsch der Welt.
Wir trinken Lüttje Lage und treffen uns unterm Schwanz.
Wir haben einen schiefen Aufzug in einem Neuen Rathaus, das älter aussieht als das Alte Rathaus.
Bei uns gibt's kein Ostern ohne das Gelbe vom Ei.
Mousse T. macht seine Musik im Peppermint Pavillon und Heinz Rudolf Kunze seinen Mitternachtstraum in den Herrenhäuser Gärten.
Wir haben Nanas und eine Passarelle.
Wir haben die Kröpcke Uhr.
Wir waren mal Bundeskanzler, Expo, Scorpions  und Lena.

Ich bin Hannoveranerin- falls es bis jetzt noch keinem klar war, dann mit Sicherheit jetzt.

25 Monate lebe ich jetzt bereits im Ausland.
Südfrankreich.
Cote d´Azur.
Jap.
Uhhhhh.. aufregend.



Nääääää. Voll nicht.

Postkartenpanorama ist toll- fürn Urlaub. Für zum Angeben "Guck mal wo ich faulenze während du arbeitest".
Zum Leben- weniger.
(Dies ist eine Liebeserklärung an Hannover, darum erzähl ich jetzt nicht, was hier alles kacke ist, weil dann wäre es ne Anti-Liebeserklärung an Frankreich- und das soll es gar nicht werden!)


Was ich vermisse?

  • um den Maschsee laufen.
  • Im Winter Schlittschuhlaufen AUF dem Maschsee.
  • Zu den Wasserrädern laufen.
  • Bucheckern sammeln auf der Marienburg und mich wie eine Prinzessin fühlen. (Den Pipi-Prinz denkt ihr euch jetzt mal alle weg bitte)
  • Deisterfreilichtbühne gucken im Sommer- mit den schönsten Kindertheaterstücken überhaupt.
  • Tretbootfahren auf dem Steinhuder Meer.
  • Regentage im Landesmuseum verbringen.
  • Picknick in den Herrenhäuser Gärten.
  • Das N-Joy Plaza Festival.
  • Neue Presse und Hannoversche Allgemeine Zeitung lesen
  • Eishockey (SCORPIONS!)
  • Hubertusfest und Wolfsabende im Saupark.
  • Rodeln im Harz.
  • Flohmarktbummel am Leineufer.
  • Winter-Zoo Hannover.
  • Hannoversche Heringe.
  • den VW Turm im Dunkeln leuchten sehen, wenn ich aus der Disco komme.
  • Matten Matten Meern singen gehen.
  • Lange Nacht der Museen und Schwimmbäder und Theater...

Ich vermisse aber auch....
Kohlrabi.
Radieschen.
Gute deutsche Kartoffeln.
Richtige Schnitzel. Rouladen und Klöße. Thüringer Mett.
Feierabendbrötchen.
Meinen Lieblingsradiosender.
Die deutsche Mittagsruhe.
Die fröhlich überschwängliche Begrüßung "Naaaaaa?!" (Ja das zählt hier bei uns als vollständiger Satz und beinhaltet "Hallo", "Guten Tag", "Wie geht's dir?" und "Schön dich zu sehen"!)



Über uns wird gesagt, dass wir das reinste Hochdeutsch sprechen und unser Deister die letzte große Erhebung vor dem Meer ist.

Karneval ist bei uns eher etwas, das wir mit Argwohn betrachten, zumindest beschränkt es sich bei uns meist auf ansässige Karnevalsvereine und den Schulfasching.
Wir heben uns unsere Emotionen auf.
Für die wichtigen Momente- wenn die Roten den Klassenerhalt schaffen.

Oder Gleisbauarbeiten die Üstra lahm legen.

Hannover wird immer wieder belächelt.
Nicht ernst genommen.
Was ist das eigentlich, dieses Hannover?
Nein, wir sind nicht Berlin, Hamburg oder München.

Wir sind List, Vahrenwald, Linden, Ricklingen, Anderten, Südstadt, Bothfeld, Döhren, Wülfel, Linden, Limmer, Ahlem, Herrenhausen, Stöcken, Nordstadt, Vahrenheide, Buchholz, Kleefeld, Misburg....




Wir haben ein Zooviertel und die Eilenriede.

Wir haben kein Problem damit, unterschätzt zu werden.
Stellt euch mal vor, alle würden plötzlich Urlaub in Hannover machen wollen.
Dann wäre das ganz schnell vorbei mit unserer Ruhe und Ausgeglichenheit.
Hannover ist schön. ZU SCHÖN.



Wer noch nie da war, wird es nie verstehen, warum wir stolz sind auf unser Niedersachsenlied.
"Sturmfest und erdverwachsen..."

Genauso ist das mit meinem Lady Shu Shu.

 
Für die einen ist es ein Rechteck, für die anderen der geilste Rock der Saison
 
Unterschätzen ist manchmal gefährlich. Weil du nie weißt, was du verpasst. Und später bereuen- is mal so richtig doof!
 
 
 
 
So, wie ich mein Heimweh unterschätzt hab.

Manchmal sind es die einfachen Dinge, die den größten Platz in unserem Herzen einnehmen.

Shu Shu ist einfach. Schnell genäht.
Und dennoch so ganz und gar ICH.
Es muss nicht immer ein komplizierter ausgeklügelter Schnitt sein um dich zu verwandeln. Dich dich mit dir selbst wohl fühlen zu lassen.
Manchmal reicht ein Rechteck.
Denn es ist DEIN Rechteck.

Und es ist MEIN Hannover.

Ich kann es kaum erwarten, wieder dort zu sein und das Leben zu leben.

Und solange ich darauf warte und von meinem Hannoi, meinem Zuhause träume, spaziere ich in meinen Shu Shus durch die Provence.

So geht Zuhause fühlen auch.  In dir selbst. <3

Und das-
nennt sich
KARMA BABY!..... aber dazu erzähl ich euch bald mehr.. nicht heute ;-)
Heut geht's erstmal zu RUMS und OUTNOW, klar oder?!






Fakten:
JA WERBUNG ist in diesem Post enthalten.
Für
HANNOVER!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Für
Lady Shu Shu von Schnittgeflüster (OUT NOW AB HEUTE QUASI!)
Für
Rechtecke
Für
Probenähen
Für
Erbsünde
Für
KARMA.

PS: Die Schleife hab ich mir selbst ausgedacht und an meinen Shu Shu gebastelt. Nicht dass ihr euch wundert, wenn ihr euch alle auf das Ebook stürzt im Shop, dass da keine Anleitung für mit Schleife bei is. Näääää... das war ganz allein meine Idee!
Mach doch nach! <3









 
 
 
 

Mittwoch, 8. Juli 2015

Von Löwinnen und Göttinnen


Ferienzeit.

8 Wochen Sommerferien liegen vor uns. (Ja in Frankreich ist das so)





Heute haben wir den Temperatursturz von knapp 2 Grad genutzt und sind nach St Tropez gefahren.

Und dann saßen wir da, in unserem Lieblingsrestaurant. Zwischen Pizza und Muscheln und 3 Kindern.
Zum ersten Mal seit... ich habe KEINE AHNUNG wie lang es her ist.
Während meine Kinder Pommes und Pizza mampften und sich Wasser übers Kleid kippten, musste ich daran denken, welch besondere Momente es TROTZ ALLEM in den letzten 2 Jahren gegeben hat.
Und dass es Menschen gibt, die ich ohne all das, was passiert ist, vermutlich nie kennen gelernt hätte.
Oder welche Freundschaften sich erst in den letzten 2 Jahren wirklich entwickelt haben.
Oder- bei welchen ich feststellen durfte, dass sie noch viel viel stärker sind, als ich jemals dachte.




Ein schöner Moment, so eine Erkenntnis <3

Doch etwas fiel mir ganz besonders auf:

viele besondere Momente habe ich mit wundervollen, starken, besonderen Frauen erleben dürfen in den letzten 2 Jahren.



Ich habe ein wenig das Gefühl, dass diese Frauen wie ein Rudel Löwinnen um mich herum waren- jede für sich und doch gemeinsam.

Während ich in den letzten 2 , eher 3 Jahren, oftmals angeschlagen war, mutlos, kraftlos und ohne eine wirkliche Vorstellung, in welche Richtung es weiter gehen wird, so kreisten sie doch immer um mich herum und haben mich beschützt.

Sie haben mit ihrem Humor meine Traurigkeit vertrieben und mir mein Lachen wieder gebracht.
Mit ihrer Feinfühligkeit oftmals gespürt, bevor ich es selbst wusste, dass etwas so ganz und gar nicht in Ordnung ist.
Sie waren da.

Sie waren mit mir in St Tropez und Frejus, in Paris und London, in Pusemuckel- und in vielen kleinen liebevollen Nachrichten, Briefen und Paketen. Sie waren da mit einem Korb voller Lebensmittel, um mal eben am Sonntag Abend den Kühlschrank zu füllen, nachdem wir aus dem Krankenhaus kamen.
Sie waren da, mit offenen Armen, um einfach zusammen zu weinen und zu schweigen- oder auch mal zu schimpfen, zu zetern und Wut in Worte zu verwandeln statt in Schweigen.
Sie waren da, mit einer Flasche Wein- oder mit einem Auto, um mich vom Flughafen abzuholen.
Sie waren im Krankenhaus oder auch bei uns zu hause, um Tapeten abzureißen oder neue anzukleben. Sie waren da, am Strand, an einem Tag im August, an dem mir das Herz besonders schwer war.
Sie hielten mir die Hand und das Herz in jeder Situation und waren bereit, mit erhobenen Keulen alles und jeden zu verjagen, der mir weh tun wollte oder getan hatte.




Und auch wenn ich oftmals nie dran zu glauben wagte, so waren sie immer zuversichtlich, dass eines Tages alles gut werden würde. Sie waren mir Freundinnen, als ich dachte, keine zu haben.
Und sie haben mir gezeigt, dass nach Tiefen nicht nur Höhen folgen, sondern dass auch Tiefen besondere Momente haben können, die Kraft geben, wieder Aufschwung zu spüren.

Nein, heute werde ich nicht erzählen, welche besonderen Momente ich  mit diesen besonderen Frauen erlebt hab- oder welche Frauen das sind.
Das bleibt mein ganz persönlicher Schatz.


Dieser Blog ist heute nur für sie.
Meine Löwinnen... in der Schweiz, in Paris, in Celle und Neustadt und Jena und Helmstedt und Bayern und Le Luc und Toulon und London....

Nach Niederlagen aufzustehen und weitermachen bedeutet Kraft aufbringen, von der man oftmals nicht weiß ob man sie noch hat- oder dass man sie überhaupt noch hat.

Ohne euch hätte ich das alles nie gepackt.
Und ohne euch hätte ich heute niemals den Mut, den ich jetzt hab.
Und ohne euch würde ich mich niemals gut fühlen, so wie ich jetzt  bin.




So ein Neuanfang, wie wir ihn derzeit erleben, ist von vielem begleitet.
In meinem Fall auch von einem neuen Körpergefühl und Selbstverständnis.

Ich habe das Gefühl, mich erst jetzt RICHTIG zu spüren und bin dabei, zu entdecken, was da wohl noch alles in mir steckt.
Grenzwerterfahrung? Keine Ahnung.
Auf jeden Fall gehe ich diesen Weg nicht alleine.




ABER... ich gehe den Weg jetzt auf der sonnigen Seite der Straße.
Mit denen, die auch im Schatten an meiner Seite waren.
Und wir werden lachen.
Aus vollem Herzen- und das Leben aufsaugen.
Denn... es ist nur das Eine!



Mein Kleid entstand im Probenähen für Erbsündes Luxuria.

Mein Kleid ist nur eines von - ich glaube- 140 Kleidern, die im Probenähen entstanden sind.

Ich bin nur eine.
Aber es gibt jede Menge Göttinnen da draußen.
Löwinnen.

Ich bin stolz und dankbar, ein Teil dieses Teams gewesen sein  zu dürfen und diese Erfahrung machen zu dürfen:

ICH BIN SCHÖN WIE ICH BIN.


Hier der Link zu all den wundervollen anderen Luxurias: Luxuria Galerie

Und hier geht's zu RUMS
Und hier zu OUT NOW

Herzlichst,

Bella

PS: Das Ebook bekommt ihr HIER Luxuria im Erbsünde Shop
PS 2 : JA DIESER POST ENTHÄLT WERBUNG! Für Erbsünde, für St Tropez und hoffentlich auch für mich!

Mittwoch, 1. Juli 2015

Rücktritt von der Probenähauszeit.

Probenähauszeit.
 
Vor knapp 3 Monaten habe ich mich dazu entschieden, mal eine Weile keine Probenähen zu machen.
 
 Ich hatte zu viele Projekte, kam mit dem, was ich eigentlich so nähen wollte, nicht mehr nach.
 
2 Wochen Deutschland- und danach in Ruhe nähen, was ich mir vorgenommen hatte- das war mein Plan.
 
Aus 2 Wochen wurden 2 Monate, denn das Leben hat mal wieder laut über meine Pläne gelacht und sie durchkreuzt.
 
Nun sind wir zurück.
 
Zurück im Leben.
 
Zurück in Frankreich.
 
Und
 
zurück im Probenähen.
 <3
 
 
 
 
Da standen plötzlich so tolle Projekte am Start, da KONNTE ich nicht "Nein" sagen. Wollte ich auch nicht. Jetzt bin ich also wieder hier. Rumse mal wieder. Suche einen Text, passend zu dem, was ich euch heute zeigen möchte. Und da ist sie, die Blockade.
Was schreibt man nach so einer langen Zeit. Nach all dem, was passiert ist?
Interessiert es überhaupt jemanden im WWW? Bemerkt überhaupt jemand, dass man weg war- und wieder da?
 Die Finger auf der Tastatur, aber die keine Ideen für unbeschwerte, fröhliche Worte- Belanglosigkeiten die die Leichtigkeit des Lebens zeigen sollen.
Und vor allem: welches meiner aktuellen Probenähergebnisse soll ich zeigen? Was wollt ihr wohl sehen? Welches macht euch neugierig?
 
Probenähen.
Das Wort, um das sich heute alles hier in diesem Post dreht.
 
 
 
Probenähen ist eine virtuelle Zusammenkunft auf begrenzte Zeit. (Wenn man nicht gerade das Glück hat, in einem wunderbaren Stammteam zu sein und gemeinschaftlich über einen langen Zeitraum zusammen kreativ zu sein).
 
Nach einem Probenähen werden die Gruppen aufgelöst, jeder geht wieder seiner Wege, evtl. trifft man sich noch mal hier oder da virtuell oder auf einem Näh-Event... aber meist.. meist verläuft das im Sande. Sind wir doch mal ehrlich....
 
Anders war das beim Probenähen für muckelies Chill@home.
 
Die Stimmung war danach so gedrückt, dass wir Haufen wilder, verrückter Hühner uns entschieden haben, eine "Hilfe meine Probenähgruppe wurde aufgelöst" Selbsthilfegruppe zu gründen und dort weiter zu machen mit dem FLOWWWWWWWWWWw und der Harmonie, die während des Probenähens für C@H herrschten.
 
Seitdem kichern, gackern, heulen wir uns kollektiv dort aus und werden aufgebaut, unterstützt, ausgelacht, .. und nehmen teil, am Leben der anderen.
 
 
 
Diese Mädels haben in den letzten 2 Monaten hinter mir, zu mir gestanden, mich aufgebaut und mir eine wundervolle Überraschung beschert- meiner ganzen Familie. <3 (Mädels, i love u all)
 
Und als ich vorhin fragte, in unserer Selbsthilfegruppe.. da waren sie da.
 
Ich hatte wirklich absolut keine Idee, was ich posten soll.. welchen Text ich schreiben soll.. wie ich zeigen soll:

ICH BIN WIEDER DA !!!!!!!!!!!!!!!!!!!
 
Es gibt Menschen, für die war ich nie weg.
 
Das ist vermutlich die wichtigste Information, die ich heut erfahren durfte.
 
Ich freue mich, Teil dieses verrückten Hühnerhaufens zu sein, die sich gegenseitig kreativ anspornen, die Gehirne ankurbeln und sich gegenseitig unterstützen- egal ob es um die richtige Wahl für einen "interessanten" Stoff geht.. um Probleme mit Lehrern,... oder einfach kreativen Input.
Sie sind da.
Und ich kann es kaum erwarten, diese wundervollen Mädels beim Lillestoff Festival in meine Arme schließen zu können, zumindest die, die dabei sein werden.
 
Für mich ist Probenähen MEHR als ein Produkt abzuliefern.
Probenähen bedeutet, mich weiter zu entwickeln, Ideen zu sammeln, Perspektiven zu wechseln, offen zu sein und ..LEBENSFREUDE.
 
Meine Selbsthilfegruppe hat mich in den letzten 2 Monaten mit Lebensfreude besprüht- und jetzt ist es an der Zeit, das Umzusetzen!
Also habe ich angefangen, mal mein Selbstbild zu überarbeiten. Und herauszufinden, was mir steht, was ich an mir mag und was ich gerne selbst an mir sehen möchte.
Also habe ich meinen Kleiderschrank geöffnet und angefangen, kritisch zu hinterfragen.
Dabei ist mir aufgefallen, dass ich haufenweise weiße Blusen habe.
 
Aber NIE trage.
Also habe ich mir selbst ein  Ziel gesetzt:
 
Bei Probenähen Kleidung zu nähen, die ich mit diesen wundervollen Blusen kombinieren kann.
 
Meine persönliche BlusenChallenge.
 
 
 
Ich würde mich freuen, euch in den nächsten Wochen nach und nach zeigen zu dürfen, was dabei herausgekommen ist. <3
 
Meine Mädels haben sich mehrheitlich den Rock gewünscht. Also zeige ich euch heute meinen Mrs Rocki, der beim Probenähen für Annas-Country entstanden ist.
 
Ich liebe ihn <3 Schlicht, klar, aber trotzdem romantisch und universell tragbar. Wichtig: die großen Taschen, aus denen mein Autoschlüssel und mein Handy nicht herausfallen können.
 
 
So. Ich bin am Ende für heute. Und erstaunlicherweise ist doch eine Menge Text dabei herausgekommen, dafür dass mir erst nichts einfiel?!
 
Ich bin wieder da.
 
Und ich geh auch nicht mehr weg.
 
 
 
Herzlichst,
 
Bella
 
 

Donnerstag, 7. Mai 2015

Du lernst nicht fürs Leben, du lernst für DICH!

Dieser Satz.
Typisches Eltern-Geschwafel.

Leider ein Satz, den sich inzwischen auch mein renitentes Teenagermädchen schon das ein oder andere Mal anhören musste.

Heute morgen, bei meinem morgendlichen Kakao aus meiner innig geliebten Erbsünde-Tasse, kam er mir in den Kopf. Und plötzlich habe ich entschieden, heute doch zu rumsen.

Ich habe viel gelernt in den letzten fast 2 Wochen seit unserem Autounfall.
Doch wenn ich ehrlich bin, auch in den letzten 3 Jahren. Doch bewusst ist es mir erst jetzt geworden.

2013 unser erster Wasserschaden- ein Souvenir der Vorbesitzer. 9 Monate Sanierung von 3/4 des Hauses. Eine Belastungsprobe ohnegleichen, während mein Mann mehrere hundert Kilometer entfernt stationiert war.
Der nette Besuch der Polizei, der unsere Austauschschülerin aus unserem Haus holte, weil wir sie angeblich eingesperrt haben und hungern ließen. Klar. Argentinisches Rumpsteak ist hart an der Mangelernährung. Ein eigenes Zimmer und ein deutsches Smartphone definitiv Kinderquälerei.

Nun ja.. dann der Umzug ins Ausland.
Die wochenlange Ungewissheit, ob unser wundervolles letztes Wunschkind evtl. geistig behindert sein wird.
Und wenige Wochen nach der Geburt das Unfassbare: Wasserschaden Nummer 2, 11 Monate nach Fertigstellung der 1. Sanierung.
260 000 L Wasser, die unser Haus in ein Schwimmbad verwandelt haben.

Dann... Krebs. Dank rechtzeitigem Erkennen und schneller OP haarscharf an Bestrahlung und schlimmerem Vorbeigekommen.

Ich dachte, wir haben alles durch.
Alles erlebt.
Ich dachte, uns kann nichts mehr passieren, nichts mehr schocken, wir haben unser SOLL durch für den Rest unseres Lebens.

Nun. Der 25.April hat mich eines besseren belehrt.
Ein Touran und ein Sattelschlepper sind nicht die besten Sparringpartner.

Erstaunlicherweise sind wir da relativ unbeschadet rausgekommen.

Und mein einziger Gedanke, nachdem ich durch das Fenster geklettert bin und auf der Autobahn stand, während mein Mann eingeklemmt im Auto saß war... WUT.
Unfassbare Wut.
Auf den da oben.
Wenn es möglich gewesen wäre, hätte ich ihm verdammt gerne eine geklatscht.

Inzwischen sind fast 2 Wochen vergangen.
Ja, das Auto ist Totalschaden.
Ja, wir haben psychisch alle ziemlich an dem Unfall zu knabbern.
Ja, wir haben alle noch Prellungen, Hämatome, Schnittverletzungen, die uns immer noch zusetzen, sichtbar sind, noch brauchen, bis sie verheilt sind.
Das wird dauern.
LKWs sind derzeit nicht so auf der Liste meiner Lieblingsverkehrsteilnehmer und rufen bei uns allen Panik und Zusammenzucken hervor.

Ja, das Leben war in den letzten 3 Jahren ein Arschloch.
Und doch habe ich viel daraus gelernt.

Ich weiß jetzt, wer echt ist und wer fake.
Ich weiß jetzt, auf wen wir uns 1000% verlassen können.
Ich weiß, wem was an uns liegt.

Es gibt Menschen, die vor der Tür stehen und sagen: "Wo kann ich helfen?"
Es gibt Menschen, die einfach da sind und dich heulen lassen.
Es gibt Menschen, die kommen und anpacken. Die Ärmel hochkrempeln und helfen, unser zerstörtes Haus wieder in ein Zuhause zu verwandeln.

Ohne diese Menschen hätten wir die letzten 3 Jahre nicht durch gestanden. Und erst recht nicht die letzten 2 Wochen. Menschen, die dich weinend in die Arme nehmen. Menschen, die sagen "Ich weiß nicht was ich sagen soll, und ich habe Angst, das falsche zu sagen, aber ich bin da wenn ihr mich braucht!".



Und dann gibt's da diese anderen Menschen.

Die, die alles besser wissen.
Die wissen, wie du dich verhalten sollst, welche Entscheidungen du treffen sollst.
Menschen, die glauben, das Recht zu haben, dich zu maßregeln, ohne Ahnung zu haben.
Menschen, die zu alles und jedem ungefragt ihren Senf dazu geben und viel besser als du selbst wissen, wie du zu leben hast.
Menschen, die dir sagen: " Du siehst auf deinen Fotos so glücklich aus und strahlend- Dir KANN es ja gar nicht schlecht gehen. Du tust nur so!"
Das sind die Menschen, die mir noch nie egaler waren, als jetzt.

Zum ersten Mal bin ich an dem Punkt, an dem ich sage:

Ich MUSS gar nichts.
Ich muss keine Erwartungen erfüllen. Ich muss niemandem gefallen. Ich muss nicht tun, was andere wollen. Ich muss vor allem im Moment keine Entscheidungen treffen.

Unsere Belastbarkeit ist erreicht.
Das ALLERWICHTIGSTE ist, dass wir als Familie das verarbeiten. Dass wir irgendwann einen LKW überholen können, oder hinter einem LKW fahren können, ohne schreien zu wollen.
Dass wir die Bilder, die Schreie, aus dem Kopf kriegen.
Dass ich meinen Sohn ansehen kann und in meinem geistigen Auge nicht meinen Sohn sehe, das Gesicht blutüberströmt durch Schnittverletzungen im Gesicht.
Dass ich schokobraune Tourans sehen kann, ohne in Tränen auszubrechen.

Ich habe vom Leben gelernt.


Es ist nicht der weiße Sandstrand, Palmen und türkisblaues Meer, die glücklich machen. Nicht mal, wenn man dort lebt.

Es sind die Menschen, auf die du zählen kannst.
Es ist das Zuhause, in dem du du sein kannst.
Es ist aber vor allem deine Familie.


Und damit meine ich nicht zufällige (Gen-)Verwandschaften, die per Konvention Zwangs-Beziehungen bedeuten.
Es ist der Mann, den du liebst und deine Kinder.
Das sind die Menschen, die wichtig sind.



Meine Tochter ist gestern 12 geworden.
Wir konnten Geburtstag feiern.
Wir haben es geschafft, durch Hilfe und Unterstützung von Freunden, in einer gestrichenen Stube mit tags zuvor verlegtem Boden zu feiern. Auf Bierzeltgarnituren.

Es war unperfekt perfekt. Wir konnten lachen.

Es wäre traurig, wenn es anders wäre.

Denn das hier, das ist das Leben. UNSER Leben.




In dem Sinne,

Alles Liebe
Eure Bella

PS:
Fakten  zum Kleid:
Backless Dress von Sewera https://www.etsy.com/de/listing/231733696/the-backless-Dress
Stoffe: Tissus-Price Cuers










Mittwoch, 22. April 2015

Notting Hill und zurück


 

 
Julia Roberts.
Ein Name, bei dem garantiert ist, dass ich ins Kino renne.
Seit ich "Notting Hill" gesehen hab, wollte ich immer mal DORT sein. Überhaupt mal in LONDON sein, der Stadt, in der Prinzessin Diana gelebt hat.
Ja, ich gebe zu- ich hab ne romantische Ader.
Valentinstag 2015 war es so weit.. Freundinnenwochenende in London. Das erste Mal britischen Boden unter den Füßen.

Rote Telefonzellen, Doppeldeckerbusse, britische Taxis, Linksverkehr, Chinatown, Nudeln aus der Pappbox....
Ich hab ehrfürchtig vor dem Buckingham Palace gestanden und versucht, anmutig zu winken- sieht bescheuert aus, besonders im Londoner Nieselregen und zwischen 10000 Touristen, die versuchen, ihre Köpfe für ein besseres Foto durch die Gitterstäbe zu pressen während die 1 Mann Garde im Stechschritt dahinter auf und ab marschiert.
 
Und... wir waren in Covent Garden,Soho und Notting Hill... <3
 


 
 
 
 
 
 London ist inspirierend. Pulsierend. Lebendig.
 
Als ich nun Probenähen durfte für Anninanni, wirbelte genau das in meinem Kopf herum. Julia Roberts und London. Allerdings eher Julia Roberts in "Die Hochzeit meines besten Freundes".
 
Der Vorspann dieses Films bringt meinen Hintern zum Wippen.
 
 So hab ich mir immer meine Brautjungfern und meine Hochzeit vorgestellt.. also natürlich nicht den Teil, wo dann die beste Freundin auftaucht und meinem Bräutigam sagt , dass sie ihn liebt. Aber den Vorspann. Die Kleider, Die Lebensfreude. Das Glück.. der Rhythmus- die Musik.
 
Dann fiel mir dieser Stoff in die Hände.. naja eher ins Auge. Ich stand geschlagene 15 Minuten davor und habe ihn nur angestarrt.. Ich wollte ihn. Aber... KANN ICH DAS MACHEN???? ICH? Ist der nicht zu... auffällig? Bunt? Wirr? Zu viel so wenig ICH? 
 
 
 
 
Nun... Ich habe entschieden, dass es Zeit wird für einen Tapetenwechsel. Mehr Farbe. Mehr Mut. 
Wenn nicht jetzt, wann dann?
 
Also hab ich ihn gekauft.
 
 
 
 
 
Herausgekommen ist nicht nur ein neues Kleid- auch ein Stückweit ein neues Ich- denn ich habe festgestellt, dass Farben und Muster nicht nur an anderen toll aussehen.  
 
Manchmal ist Mut einfach... GUT.
 
 
 
 
Klar fühl ich mich noch ein wenig "auf dem Präsentierteller". Meine Narbe wird nicht verdeckt sondern sticht ziemlich deutlich hervor. Merkwürdigerweise macht es mir in dem Kleid nichts aus.
 
 
 
 Das Schönste: meine geliebten Hochzeitsschuhe passen hervorragend dazu, meine pinkfarbenen Peeptoes <3
 
 
 
 
 
 
 
 Und ein klein wenig kann ich mich wieder so fühlen wie an meinem Hochzeitstag, als ich ein ganz ähnliches Kleid trug- und nicht wegrannte (Die Braut die sich nicht traut), keine beste Freundin auftauchte (Die Hochzeit meines besten Freundes).... statt dessen gab es nur
 
EAT. PRAY. LOVE.
 
 
 
 
 
Und weil ich mein Kleid sooo liebe, zeige ich es heut auf #RUMS 
 
 
Fakten gibt's auch zum Kleid.. wenn ihr wollt..
Der Schnitt ist das AnninanniKleid, seit 21.4.2015 ist das SM erhältlich.
Der Stoff ist von Tissus-Price in Cuers.
Mehr Infos gibt's auf Facebook bei Love, Bella. Da gibt's auch den Link zum Wettbewerb, bei dem die Ergebnisse des Probenähens vorgestellt und gevotet werden können und zum Gewinnspiel, bei dem ihr das SM gewinnen könnt.
Dort habe ich auch den direkten Link zum Stoff eingefügt.
 
Viele Fotos heut für euch.
Ich hoffe trotzdem, dass euch mein Kleid gefällt.
 
Herzliche Grüße
 
Eure Bella
 
 
 
 

Donnerstag, 16. April 2015

Wickie und ein fast kein kleiner Junge mehr

 
Mein Sohn wird bald 5.
Das ist nicht mehr klein aber auch noch nicht ganz groß. Zumindest nicht groß genug um alles im Fernsehen sehen zu dürfen was man sehen will oder um selbst Auto fahren zu dürfen.
Aber dennoch ein schwieriges Alter.
Besonders Stofftechnisch.
Und wenn man dann noch der einzige Junge ist zwischen 2 Schwestern.... Grausam.
 

 Daher war Mama wirklich froh, als Stoff und Liebe WICKIE Stoff ankündigten. Ok.. danach nicht mehr ganz so froh, weil dann täglich zuhause Theater war, weil der einfach noch nicht zu kaufen war und der Junior unbedingt ENDLICH seinen Wickie haben wollte!

Aber DANN.. gabs den endlich zu kaufen. Und die Mama hat dank Papas Seelenruhe und Tastaturbegabung tatsächlich was abbekommen vom Wickie-Kuchenglück.
Hej, da war die Welt wieder in Ordnung zuhause.
 
Nach einigen Tagen nur angucken und streicheln war klar, was draus werden soll aus dem ersten Meter: n Schlafanzug.
Wie praktisch, dass Stoff und Liebe zusammen mit Nemada direkt ein Schlafanzug Freebie hinterher geschickt haben auf dem Blog! <3 Da war unsere Welt gerettet!



Und am Ende... gibt's n glückliches Kind. Dem dann nicht mehr so wichtig ist, dass er ja fast 5 ist. Immerhin hat er n Wickie Schlafanzug- und sein Freund nicht! Immerhin! :-D

Alles Liebe,

Bella

Mittwoch, 8. April 2015

Oooooooommmmmm



ZEIT.
 
Zeit ist das, wovon wir immer zu wenig haben.
Im Moment denke ich oft an Momo und die grauen Herren (Michael Ende).
Ich habe das Gefühl, die Zeit rast, am Ende des Tages ist zu wenig von allem dabei gewesen.
Oft, weil einfach die Kraft auch nicht mehr reicht, keine Energie mehr da ist um dem Tag mehr Leben zu geben.



Für mich gibt es diesen Moment am Morgen, der nur mir gehört.
Ohne den läuft gar nichts. Gut, neuerdings etwas schwierig, weil ich erst mindestens 30 Minuten vorher meine Medikamente nehmen muss, nüchtern... aber dann.. dann ist mein Moment da.
Mein Kakao am Morgen <3
Ohne Kakao bin ich nicht ansprechbar und out of order. Vorher läuft nichts.


Im Moment passiert bei uns soviel gleichzeitig, parallel und durcheinander, da sind kleine Inseln der Ruhe wirklich wichtig für mich geworden.
Manchmal sehe ich aus meinem Küchenfenster raus, über die Weinfelder, an den Mandel- und Olivenbäumen vorbei und sehe in der Ferne die schneebedeckten Berge, die sich am strahlend blauen Himmel abzeichnen.


Manchmal genieße ich einfach die Sonne, die bei uns schon mit so einer wohltuenden Wärme strahlt,
dass man automatisch nur sitzt und die Augen schließt.
Auf jeden Fall versuche ich, mehr CHILL in mein Leben zu kriegen. Ich oller Kontrollfreak scheitere- fast täglich- aber ich arbeite daran.

Einfach mal locker lassen und ein bisschen easy peasy fünfe gerade sein lassen.


Mal sehen, wie weit ich es bringe.

Meine Chill@Home Hosen ziehe ich jedenfalls kaum noch aus. Mein Mann hat letztens schon nach Räucherstäbchen gefragt.
Die erspar ich ihm...vorläufig :-D

Zu meiner entspannten Grundhaltung gehört auch meine neue Lieblingstasche. Die für schnell fix mal los, alles rin und ab ins Auto-Tasche.


Und dann.. atmen am Meer.

Chilliger geht kaum, oder??? Darum chill ich jetzt mal rüber zu RUMS

Weltfrieden. Liebe. Ooooom für euch.

Bella



Schnittmuster: Chill@Home von muckelie
Tasche Änni von Annas-Country
Plotterdatei Oooom von Erbsünde

Stoffe:
Alles für Selbermacher / Happy Day Jersey und melierter Jersey
Baumwollstoffe von Tissus Price, Cuers